Die Einzelausstellung The Threshold of Impermanence (Die Schwelle der Vergänglichkeit) von Caline Aoun erstreckt sich über das Kunstmuseum und die Kunsthalle Appenzell und untersucht die Bedingungen, unter denen natürliche und künstliche Systeme entstehen, wirken und sich verändern. Aouns international etablierte Praxis macht unsichtbare Prozesse sinnlich erfahrbar und verhandelt zentrale Fragen der Gegenwart – ökologische Fragilität, technologische Durchdringung sowie den Umgang mit Zeit und Ressourcen. Im Zentrum stehen keine abgeschlossenen Werke, sondern Zustände und Prozesse, die sich im Verlauf der Zeit und in Abhängigkeit von Raum, Klima und Nutzung wandeln.
Vergänglichkeit erscheint dabei nicht als Verlust, sondern als Bedingung von Veränderung. Die Ausstellung zeigt keine autonomen Objekte, sondern Konstellationen, in denen sich Materialien verdichten, verschieben, auflösen oder in andere Zustände übergehen. Die Räume werden zu Versuchsanordnungen, in denen Stoffe aufeinander reagieren und ihre Umgebung aktiv mitformen.
Über beide Häuser hinweg spannt sich ein Bogen vom Elementaren zum Kulturellen, von physischen Prozessen zu Bild- und Informationssystemen. Im Kunstmuseum stehen Wasser, Kondensation, Licht und Hitze im Vordergrund; in der Kunsthalle verlagert sich der Fokus auf Druckfarbe, Zirkulation, Bildproduktion und Daten. Gemeinsam zeichnen die Arbeiten eine Gegenwart nach, in der Natur, Technologie und Wahrnehmung untrennbar miteinander verflochten sind. Was bleibt, ist nicht das stabile Werk, sondern die Ablagerung: von Zeit, von Energie, von Zirkulation.
Wir empfehlen Ihnen, den Ausstellungsrundgang im Kunstmuseum zu beginnen.


























