
Daniel Kurth, Schere, Klasse, Kapital, 2024, Videostill

Karin Borer, Spin! Spin! Spin!, 2025, Videostill

Daniel Kurth, Schere, Klasse, Kapital, 2024, Videostill
/ 3
Imagining Kunsthalle ist eine Plattform für Videokunst, die von Kunstschaffenden kuratiert wird.
Die erste Ausgabe von Imagining Kunsthalle wird von Stretcher kuratiert, einem 2023 von den Kunstschaffenden Karin Borer und Daniel Kurth gegründeten kuratorischen Projekt. Unter dem Titel Routinen werden Videowerke von sieben Kunstschaffenden gemeinsam mit aktuellen Arbeiten der Kurator*innen gezeigt.
Rosa Aiello und Dylan Aiello, Steve Bishop, Karin Borer, Maryam Jafri, Thomas Julier, Daniel Kurth, Jiří Makovec, Phung-Tien Phan und Olivia Vidovic.
Das Programm versammelt eine Reihe von Videoarbeiten, die den Blick auf die Produktion und Zirkulation von Bildern im Alltag richten und untersuchen, wie diese angeeignet werden. Im Zentrum steht die Frage, wie visuelle Ordnungen unsere Wahrnehmung strukturieren und sich darin gesellschaftliche Machtverhältnisse, Konsumlogiken und Identitätsentwürfe einschreiben. Die ausgewählten Werke begreifen Bilder nicht nur als Repräsentationen, sondern als wirksame Akteure, die Verhalten beeinflussen und Realitäten mit hervorbringen.
Indem die Künstler*innen die Mechanismen des Sehens dekonstruieren, machen sie die oft unsicht-baren Bedingungen sichtbar, unter denen Bilder entstehen und wirksam werden. Routinen erschei-nen dabei nicht als bloss repetitive Abläufe, sondern als entscheidende Schnittstellen, an denen sich kulturelle Prägungen und ökonomische Strukturen mit individueller Erfahrung überlagern. Gerade in diesen alltäglichen Wiederholungen entfaltet sich ein kritisches Potenzial: Gewohnheiten können destabilisiert, Perspektiven verschoben und alternative Lesarten eröffnet werden.
Die präsentierten Arbeiten greifen unterschiedliche Formen des Erzählens auf und nutzen Archivmaterial, performative Strategien und experimentelle Erzählformen, um die Logiken zeitgenössischer Bildwelten zu untersuchen. Dabei entstehen vielschichtige Auseinandersetzungen über Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit, über Nähe und Distanz sowie über die Rolle von Bildern in einer zunehmend medial geprägten Gegenwart.
Mit freundlicher Unterstützung der
Martin und Susanne Knechtli-Kradolfer-Stiftung