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Ausstellungsansicht, Stefan Steiner. EFACH EINFACH, 8.5. – 1.9.2013, Kunstmuseum Appenzell, Foto KMA

Ausstellungsansicht, Stefan Steiner. EFACH EINFACH, 8.5. – 1.9.2013, Kunstmuseum Appenzell, Foto KMA

Ausstellungsansicht, Stefan Steiner. EFACH EINFACH, 8.5. – 1.9.2013, Kunstmuseum Appenzell, Foto KMA

Ausstellungsansicht, Stefan Steiner. EFACH EINFACH, 8.5. – 1.9.2013, Kunstmuseum Appenzell, Foto KMA

Ausstellungsansicht, Stefan Steiner. EFACH EINFACH, 8.5. – 1.9.2013, Kunstmuseum Appenzell, Foto Urs Baumann

Ausstellungsansicht, Stefan Steiner. EFACH EINFACH, 8.5. – 1.9.2013, Kunstmuseum Appenzell, Foto Urs Baumann

Ausstellungsansicht, Stefan Steiner. EFACH EINFACH, 8.5. – 1.9.2013, Kunstmuseum Appenzell, Foto Urs Baumann

Ausstellungsansicht, Stefan Steiner. EFACH EINFACH, 8.5. – 1.9.2013, Kunstmuseum Appenzell, Foto Urs Baumann

Ausstellungsansicht, Stefan Steiner. EFACH EINFACH, 8.5. – 1.9.2013, Kunstmuseum Appenzell, Foto Urs Baumann

Ausstellungsansicht, Stefan Steiner. EFACH EINFACH, 8.5. – 1.9.2013, Kunstmuseum Appenzell, Foto Urs Baumann

Ausstellungsansicht, Stefan Steiner. EFACH EINFACH, 8.5. – 1.9.2013, Kunstmuseum Appenzell, Foto Urs Baumann

Ausstellungsansicht, Stefan Steiner. EFACH EINFACH, 8.5. – 1.9.2013, Kunstmuseum Appenzell, Foto Urs Baumann

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Stefan Steiner

Efach Einfach

8.5. – 1.9.2013 / Kunsthalle

In der Kunsthalle Ziegelhütte wurde Stefan Steiners erste Schweizer Museumseinzelausstellung seit 2002 gezeigt. Seine Künstlerbücher standen im Zentrum der Präsentation und traten in Dialog mit großformatigen Aquarellen und Gemälden.

Stefan Steiner (*1963 in Steinhausen/Schweiz; lebt in Köln) ist einer der Vertreter der zeitgenössischen gestischen Farb-Malerei. Neben der Acrylmalerei, dem Aquarell und den Bildobjekten fertigt er seit 1991 auch „gemalte“ Bücher (Künstlerbücher). Die Kunst Stefan Steiners, die im ersten Augenblick expressiv aufgeladen erscheint, beruht auf einem stringenten konzeptuellen, auf wenige Grundbedingungen reduzierten Raster, dessen Umsetzung dennoch eine sinnliche und sinnenhafte Vielfältigkeit erlaubt. In der Ausstellung wurden neben einer Auswahl von grossformatigen Aquarellen und Malereien das gesamte Konvolut der von Steiner hergestellten Bücher gezeigt (über 30 gebundene, geheftete oder gebündelte Papierarbeiten), die meist Unikate sind, wenige erschienen in kleinen Auflagen. Das Buch als künstlerisches Objekt stand somit im Zentrum der Präsentation – wie ähnlich und doch ganz verschieden in der Ausstellung Jim Dine – 52 Books, die wir 2008 im Museum Liner eingerichtet hatten.

Bewusst haben wir uns im Kontext der ersten Schweizer musealen Einzelausstellung Steiners seit 2002 für eine Mischung aus retrospektivem Blick und aktuellem Querschnitt entschieden. In den Buchobjekten, Buchbildern, Worteinfärbungen wird aufgrund der Kontinuität nicht nur die gesamte künstlerische Entwicklung Steiners sichtbar, darüber hinaus wird auch deutlich, welche Fragestellungen heute mit jeglicher malerischer Bild- und Sinnproduktion einhergehen. Seine Bücher sind Konkretionen jener künstlerischen Denk- und Handlungsmuster, die in malerische Prozesse münden können – aber nicht zwingend müssen, da „Malerei“ heute nicht mehr an einen spezifischen Träger, noch nicht einmal mehr an ein spezifisches Material gebunden ist. Gleichzeitig bieten die Bücher aber auch einen Einblick in die hoch reflektierte Imaginationswelt eines Künstlers, der die Probleme der heutigen Malerei und des jetzigen Malereiverständnisses mit Ernst und mit Humor in einer eigenständigen Kunst „löst“ oder „auflöst“.

Das buchkünstlerische Werk Stefan Steiners lässt sich in drei Gruppen unterteilen. Die erste ist jene der unter dem Titel Moskitos zusammengefassten Bücher, die sich alle auf den gleichnamigen Roman William Faulkners beziehen. Die zweite besteht aus gestempelten Büchern. Die dritte Gruppe beinhaltet höchst unterschiedliche Buchwerke; dazu gehören jene Arbeiten, die sich mit dem Buch als Gegenstand beschäftigen (Buch mit runden Ecken); ebenso solche, in denen Restfarben aus dem Atelier zum Einsatz kommen oder ein allmählich sich durch Gebrauchsspuren beim Blättern gewissermassen selbst gestaltendes Buch. Aber auch mit Erwartungen des Lesers und Betrachters spielende, überraschend mit dem Zeit-Raum des Buches verfahrende Werke oder Überarbeitungen eigener gedruckter Zeichnungsfolgen gehören in diesen Zusammenhang: so auch sein neuestes Buch mit dem Titel zählen von eins bis sechsundneunzig (Systematik von Jens Peter Koerver).

Die Bücher wurden im grossen Skulpturensaal der Kunsthalle Ziegelhütte in einer zusammen mit dem Künstler entwickelten Ausstellungsarchitektur gezeigt, da die Arbeiten keineswegs als „Archivdokumente“, eingebettet in Vitrinen, präsentiert werden sollten, sondern als vielgestaltige Bildwesen in Erscheinung treten sollten – die man zwar nicht „anfassen“ konnte, deren Präsentation aber dennoch vermittelte, dass Malerei „berührt“ werden kann.

Die Wandarbeiten entfalteten im Dialog mit den Künstlerbüchern ihre Kraft als „farbige Augenblicke“, die sowohl Resultate einer kontinuierlichen und konsequenten Arbeit am Malobjekt sind, aber vor allem als autonome Gestaltungen einer ganz besonderen Farbpoesie erkannt oder gelesen werden können.


Kurator

Dr. Roland Scotti, Direktor Kunstmuseum Appenzell / Kunsthalle Ziegelhütte

Publikation

Zur Ausstellung erschien eine Publikation, in der alle Künstlerbücher Stefan Steiners in Wort und Bild vorgestellt wurden. Das offene Werkverzeichnis wird begleitet von Texten von Annemarie Bonnet und Gabriele Wix, die das „Künstlerbuch“ in die Tradition der modernen Kunst einordnen. Ein Essay stellt das gesamte malerische Werk Stefan Steiners skizzierend dar.

Die Ausstellung wird freundlich unterstützt von

Heinrich Gebert Kulturstiftung Appenzell

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